Monatsarchive: August 2010

Wieso engagiere ich mich? Warum bin ich fast jedes Wochenende unterwegs für die Piraten? Was will ich damit erreichen?
Ich verrate euch was: es macht eine Menge Spaß.

Wir sind dabei, was neues zu erstellen. Wir sind dabei, Deutschland zu erneuern. Das macht den Etablierten mächtig Schiß. Wir sind weiter, als die Grünen zu diesem Zeitpunkt waren. Und da viele von uns bei den Grünen waren haben wir gelernt, wie die Grünen gezähmt wurden. Und arbeiten mit voller Kraft daran, es zu vermeiden.

Stellt euch vor, wir schaffen es, Deutschland zu ändern! Wir schaffen, was die Grünen verpasst haben: Eine andere Politik, ein anderes Miteinander, eine demokratische Republik, eine Republik der Gleichen. Eine Republik der Bürger.

Stell euch das vor: Wir blamieren die Etablierte bis auf die Knochen, die uns verkaufen wollen, dass Dilettantismus, Haßpredigen, Ungleichheit und Nachtreten Normalität sind und sein müssen.

Alleine das wäre es wert. Aber ich will mehr. Ich will eine Gesellschaft der Gerechtigkeit aufstellen – nicht der Gleichmacherei. Ich will die Trägheit und die Verkrustung aufbrechen, die uns seit Helmut Schmidt heimsuchen. Ich will Deutschland wieder ein Mal zu einem Beispiel dafür machen, wie man eine Gesellschaft aufstellt, in der soziale Gerechtigkeit gepaart ist mit Wohlstand, in der Gier was Negatives ist, in der Dummheit und Dilettantismus nicht als Maß aller Dinge gelten.

Und wenn ich mich umschaue, sehe ich lauter Menschen in Orange, die das auch wollen. Ich sehe eine weltweite Bewegung, die dem Muff einen Tritt gibt, und die bereit ist, die Energie einzusetzen.

Und das macht mir Spaß, und gibt mir Tag für Tag eine Menge Kraft, eine Menge Lust, trotz aller Bremser auch in unseren Reihen voran zu gehen. Deutschland erneuern, die Welt verbessern. Das ist die Quelle meiner Kraft, und dafür danke ich mein Glück und jeden einzelnen Piraten, der mir über’m Weg läuft.

Ein  von Piraten gern zitierter Satz Ghandis lautet »Zuerst ignorieren sie dich, dann  lachen sie über dich, dann  bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.« Allen Anschein nach ist die dritte  Phase eingeläutet. Weiterlesen

Ich klaue Ben einfach den Titel seines exzellenten Blogposts, um ihn mit meinem beipflichten und meinen Senf dazu zu geben. Ich bin Pirat, es liegt in meiner Natur, Wissen und Meinungen aufzunehmen, zu verbreiten, kopieren und verändern. Lest zuerst seinen Blogpost, dann wird meiner umso verständlicher.

Wie andere Menschen sind auch Piraten in erster Linie Eunuchen: „Sie wissen, wie es geht“.
Zusätzlich dazu sind sie Eunuchen mit Fachkenntnis in einem, meist speziellem, Gebiet und verfallen dem, was ich „Ingenieursdenke“ nenne. Das Konzept ist nicht von mir – ich halte nur große Stücke davon und gebe es hier so gut ich kann weiter:
„Ich bin saugut in meinem Gebiet und kenne es in- und auswendig. Wenn ich mich also zu anderen Gebieten äußere habe ich dann wohl dieselbe Kompetenzbasis wie in meinem Spezialgebiet.“ WRONG! Try Again!
Und es ist nicht ein Mal Arroganz, eher Betriebs- oder Fachblindheit, die sie dabei blendet.

Das erste, was Piraten lernen müssen (jeder von uns) ist, dass wir keine Ahnung haben – vom politischen Spiel, von den Notwendigkeiten politischen Handels. Zum einem sympathisch, weil wir eben Quereinsteiger sind – nicht verbraucht und verkrustet wie die Etablierten. Zum anderen nervig, wenn wir nicht über das Niveau wachsen. Das Potential nach oben ist hoch. Piraten, runter vom hohen Roß, Fachleuten zuhören und lernen, was das Zeug hält!

Stephan Urbach, der sich tatsächlich den A…llerwertesten für ACTA aufreißt und das Thema auch endlich in den Medien positionieren durfte, sollte für uns alle ein Beispiel und eine Leitlinie sein:
Für Piraten ohne Amt, weil es beweist, dass man bei uns mit Fachkompetenz in EINER Sache ein Thema aufwerten kann und intern wie extern reüssieren kann.
Für Vorstände, damit sie kapieren, dass sie nicht alles selber machen müssen, sie müssen es nur im Auge behalten, reagieren und helfen, wenn und wo notwendig und regelmäßig fragen.
Und für jeden Piraten, mit und ohne Amt, weil es beweist, dass sich Engagement auszählt. Stephan hat uns Piraten in der Öffentlichkeit gesetzt, und dabei klar Position im Namen der Partei bezogen. Die Öffentlichkeit hat es wahrgenommen, und weiter gegeben.

Ja, wir Piraten haben einen Umsetzungproblem.
Zu viele Piraten diskutieren, ohne daraus einen Diskurs zu machen, der uns alle geistig ernährt. Sie dissen sich lieber gegenseitig.
Zu viele Vorstände trauen sich nicht zu entscheiden. Auch deswegen, weil es immer einen Pirat geben wird, der dagegen ist. Und es besser weiß, weil „er weiß, wie es geht“.
Validom hielt einen exzellenten Vortrag cum Workshop bei der Operation Magellan 2010 aka „Aktiventreffen“, und ich sah Erwachen und Verständnis in den Augen vieler Piraten: „Feedback-Kultur oder: Kritik, Diskussion, Debatte. Menschen untereinander“. Wir sollten ihn on Tour schicken zu allen Treffen der Piraten, weil es sicher die Diskussionskultur überall verbessern würde.
Und unsere Vorstände allerorten brauchen eine dickere Haut und müssen lernen, wie Leadership funktioniert.  Sie müssen lernen zuzuhören, zu entscheiden, zu bewegen.

Es gibt viel zu tun. Ist das nicht spannend?!