„Fiat iustitia, et pereat mundus“

Beim Neujahrsempfang der Piraten hat mich Rene herausgefordert, zu beschreiben, was für mich Gerechtigkeit ist. Da ich im Gegensatz zu den Politikern der Etablierten eine intellektuelle Herausforderung liebe, will ich kurz erklären, was ich darunter verstehe und schmeiße mich gerne in die Diskussion.

Gerechtigkeit bedeutet für mich, jedem die selben Chancen zu geben, sich zu verwirklichen und aus sich was zu machen. So bin ich für freie Bildung für jede Alterstufe. Natürlich in erster Linie für Kinder und Jugendliche, aber auch in der Erwachsenenbildung. Dank der Neokonservativen und Neoliberalen in FDP, SPD, CDU und Grüne kann sich heute nur derjenige gute Bildung leisten, der sie auch bezahlen kann. Gerecht wäre es meines Erachtens, wenn jeder egal wo, egal woher und egal in welcher ökonomischen Situation denselben Zugang zu Bildung hätte.

Gerechtigkeit bedeutet auch, dass man Menschen hilft, die gestolpert sind, die straucheln. Eine soziale Marktwirtschaft nach dem Muster der 60er und 70er dient, denjenigen zu helfen, die sich kurzfristig nicht helfen können. In arroganter und sozialdarwinistischer Manier wurde seit den 80ern die soziale Marktwirtschaft so ausgehöhlt, dass man Menschen, die in Schwierigkeiten stecken, maßlos ausnutzt, damit sie schön unten bleiben und jede Kröte schlucken. Ein solches Verhalten ist nicht gerecht, nicht fair, und einer modernen Demokratie nicht würdig.

Als liberaler bin ich auch der Meinung, dass Montesquieus „checks and balances“ nicht nur im Staatsgebilde sondern auch darüber hinaus angewandt werden sollten. Jede Macht in einer Gesellschaft bedarf einer Kontrolle, damit sie nicht zur Übermacht wird. So haben wir in Deutschland den Minderheitenschutz, und hatten bis zur Neoliberalen Wende auch eine Kontrolle ökonomischen Übermächte gemäß der GG Aussage „Eigentum verpflichtet“. Meines Erachtens führt ein Gleichgewicht der Machtpositionen zur mehr Gerechtigkeit. Sei es, weil die Mächte sich selbst zurückhalten oder weil sie von einer Gegenmacht im Zaun gehalten werden.

Als sozialliberaler wiederum bin ich der Meinung, dass jeder Mensch eine gerechte Chance verdient, am Gesamtwohlstand einer Gesellschaft teilzuhaben, so dass die Schere zwischen arm und reich nicht auseinanderklafft. Und auch die Bemühungen um Gleichbehandlung aller Menschen sind meines Erachtens ein Weg, gerecht gegenüber Allen zu handeln.

Nun bin ich kein Philosoph, und auch im Studium habe ich mich nicht mit dem Begriff befasst, so dass ich hier laienhaft nur meine Sicht wiedergeben konnte. Ich freue mich auf eine weitreichende Diskussion, aus der ich auch was lernen kann.

Der lateinische Zitat heißt übersetzt ungefähr: „Es werde Gerechtigkeit, auch wenn die Welt daran untergeht“

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