Es war ein interessanter – und wie ich meine geglückter – Versuch. Wir haben natürlich nicht die Gesellschaft der Piraten fertig definiert und können uns daran machen, sie aufzubauen. Aber ich hatte den Eindruck, Gedankenprozesse gestartet zu haben. Und das war mein Wunsch. Nun kommen Stichwortartig Notizen dazu.

Den Anfang machte ich mit einer Aussage des immer lesenswerten Marcel-André Casasola Merkle, die Piraten würden „Größtmögliche Entfaltung des Individuums bei maximaler Chancengleichheit“ suchen. Eine Aussage, die ich grundsätzlich teile, und die in der Tradition einen Jeremy Benthams steht.

Auf der Eingangsbasis habe ich im Vortrag Konzepte aus anarchistischen und liberalen Theorien angerissen, um den Gedankengängen einen Stubs zu geben. Dabei stellte ich kurz die Gesellschaftstheorien (inklusive meiner Meinung) von: Max Stirner (Egoistischer Anarchismus), Proudhon (Kollektivistischer Anarchismus, fand weite Verbreitung im Anarcho Syndikalismus), um dann allgemein über den klassischen Liberalismus zu reden wie auch über die sozialliberalen Tendenzen des Liberalismus im letzten Jahrhundert.  Das alles in ca. 15 Minuten, ha!

Danach kam das Angebot an die Teilnehmer, ihre Konzepte einzubringen, sich an den vorgestellten zu reiben… zu diskutieren und uns alle damit intellektuell reicher zu machen. Das sind die Notizen, die ich mir gemacht habe. Ich habe sie nummeriert, damit wir uns auf die Zahlen beziehen können, wenn wir (hoffentlich rege) darüber diskutieren:

  1. Piraten streben eine angst befreite Gesellschaft an, in der Misstrauen untereinander abgebaut wird
  2. Die Menschen sind zu dumm für Anarchie, „Anarchie ist „Störungsanfällig“, kann von anderen missbraucht werden“ (Kann das nicht jede Gesellschaftsform? Die aktuelle ist von den Lobbys gekapert worden, und den großen Unternehmen)
  3. Wir sollten die „Anthropologische Konstanten“ beachten, an die jede Utopie bis dato gescheitert ist, dafür ist die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten erheblich voran gekommen.
  4. Menschen müssen mit der Freiheit klarkommen, den Menschen brauchen Grenzen und Strukturen als stützen, Strukturen sind jedoch nicht gleich Herrschaft.
  5. Die Piraten sollten überlegen, was für ein Menschenbild sie anstreben.
  6. Die Kultur der Piratenparteien hat sich Online gebildet, deren Gesellschaftsstruktur komm ohne Grenzen, ohne Hierarchien aus, unter Menschen mit hohem Bildungsgrad, siehe auch die „Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace“.
  7. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass wir es mittlerweile mit heterogenen Gesellschaften im I-Net zu tun haben.

Vielen Dank an alle Teilnehmer für die reichhaltige Teilnahme. Ich hoffe, wir können weiter an den Konzepten arbeiten für eine Gesellschaft der Piraten.

Sobald es ein Video der Veranstaltung gibt werde ich gerne dahin verlinken.

Ich möchte an dieser Stelle auch auf die Notizen hinweisen, die Urbanpirate zu einer ähnlichen Veranstaltung am Tag danach im Barcamp gemacht hat.

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