Ich klaue Ben einfach den Titel seines exzellenten Blogposts, um ihn mit meinem beipflichten und meinen Senf dazu zu geben. Ich bin Pirat, es liegt in meiner Natur, Wissen und Meinungen aufzunehmen, zu verbreiten, kopieren und verändern. Lest zuerst seinen Blogpost, dann wird meiner umso verständlicher.

Wie andere Menschen sind auch Piraten in erster Linie Eunuchen: „Sie wissen, wie es geht“.
Zusätzlich dazu sind sie Eunuchen mit Fachkenntnis in einem, meist speziellem, Gebiet und verfallen dem, was ich „Ingenieursdenke“ nenne. Das Konzept ist nicht von mir – ich halte nur große Stücke davon und gebe es hier so gut ich kann weiter:
„Ich bin saugut in meinem Gebiet und kenne es in- und auswendig. Wenn ich mich also zu anderen Gebieten äußere habe ich dann wohl dieselbe Kompetenzbasis wie in meinem Spezialgebiet.“ WRONG! Try Again!
Und es ist nicht ein Mal Arroganz, eher Betriebs- oder Fachblindheit, die sie dabei blendet.

Das erste, was Piraten lernen müssen (jeder von uns) ist, dass wir keine Ahnung haben – vom politischen Spiel, von den Notwendigkeiten politischen Handels. Zum einem sympathisch, weil wir eben Quereinsteiger sind – nicht verbraucht und verkrustet wie die Etablierten. Zum anderen nervig, wenn wir nicht über das Niveau wachsen. Das Potential nach oben ist hoch. Piraten, runter vom hohen Roß, Fachleuten zuhören und lernen, was das Zeug hält!

Stephan Urbach, der sich tatsächlich den A…llerwertesten für ACTA aufreißt und das Thema auch endlich in den Medien positionieren durfte, sollte für uns alle ein Beispiel und eine Leitlinie sein:
Für Piraten ohne Amt, weil es beweist, dass man bei uns mit Fachkompetenz in EINER Sache ein Thema aufwerten kann und intern wie extern reüssieren kann.
Für Vorstände, damit sie kapieren, dass sie nicht alles selber machen müssen, sie müssen es nur im Auge behalten, reagieren und helfen, wenn und wo notwendig und regelmäßig fragen.
Und für jeden Piraten, mit und ohne Amt, weil es beweist, dass sich Engagement auszählt. Stephan hat uns Piraten in der Öffentlichkeit gesetzt, und dabei klar Position im Namen der Partei bezogen. Die Öffentlichkeit hat es wahrgenommen, und weiter gegeben.

Ja, wir Piraten haben einen Umsetzungproblem.
Zu viele Piraten diskutieren, ohne daraus einen Diskurs zu machen, der uns alle geistig ernährt. Sie dissen sich lieber gegenseitig.
Zu viele Vorstände trauen sich nicht zu entscheiden. Auch deswegen, weil es immer einen Pirat geben wird, der dagegen ist. Und es besser weiß, weil „er weiß, wie es geht“.
Validom hielt einen exzellenten Vortrag cum Workshop bei der Operation Magellan 2010 aka „Aktiventreffen“, und ich sah Erwachen und Verständnis in den Augen vieler Piraten: „Feedback-Kultur oder: Kritik, Diskussion, Debatte. Menschen untereinander“. Wir sollten ihn on Tour schicken zu allen Treffen der Piraten, weil es sicher die Diskussionskultur überall verbessern würde.
Und unsere Vorstände allerorten brauchen eine dickere Haut und müssen lernen, wie Leadership funktioniert.  Sie müssen lernen zuzuhören, zu entscheiden, zu bewegen.

Es gibt viel zu tun. Ist das nicht spannend?!

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