Glaubt nicht, dass ich jetzt den dämlichen Spruch vom Lobbyralen Westerwelle übernehmen werde, mit der er seine Hatz gegen die Ärmsten der Armen startete.

Nein, mir geht es um was ganz anderes. In Deutschland, wie in wohl kaum einen anderen Land Europas, herrscht eine Atmosphäre des Verbietens. Werke und Parolen sind verboten, bestimmte Filme sind verboten, Rammsteins „Liebe ist für alle da“ wurde verboten.  Ok, also nicht wirklich verboten, sondern indiziert. Im Sinne des „Jugendschutzes“. Da frage ich mich, wieso nicht schon die „Ab 18“ Einschränkung genügt. Wieso müssen wir in diesem Land auch Erwachsene Menschen „geschützt“ werden?

Versteht mich nicht falsch. Faschistische Gedanken (z.B.) sind das Letzte, und ich werde sie bis zu meinem letzten Atemzug bekämpfen. Und auch ich habe keine Lust, Filme im Stil von „Zombie Lesbische Vampire gegen Nazi Wärter“ anzuschauen (hei, einen echten indizierten Film darf ich hier nicht nennen).

Doch es darf nun Mal keine Denkverbote geben. Wir sollten dämliche Ideen der Lächerlichkeit preis geben, nicht verbieten. Und wer in „Mein Kampf“ reingeschaut hat wird schnell erkennen, was für ein unsäglicher Müll die Schrift ist und sich schnell von diesem Gedankengut abwenden. Da sind manche Kolumnen in der Bild-„Zeitung“ schlimmer, weil leider zugänglicher geschrieben.

Wer von uns war nicht schon Jung und fühlte sich besonders vom Verbotenen angezogen? Die erste Zigaretten, der erste Joint, für manche von euch das erste Glas Alkohol. Die erste verbotene Schrift (bei mir war’s eher „Das Kapital“ als „Mein Kampf“ – aber immerhin sind aber im „Kapital“ ein Paar brauchbare Ideen und Konzepte…).

In Ihrem Wahn, „uns“ vor „denen“ zu beschützen, wird in Deutschland immer der Weg eingenommen, der einschränkt. Klar, ist einfacher als sich mit dem Verbotenem auseinander zu setzen. Ich, als liberaler Mensch mit libertären Zügen bin der Meinung, daß jede Idee, und sei sie noch so dämlich, das Recht hat, gehört zu werden. Dämliche Ideen zu erlauben erhöht den Wert davon, sie zu bekämpfen. Eine  repressive Kontrolle von Inhalten trifft mündige und erwachsene Menschen, macht sie letztendlich unmündig und zu Kindern des Staates. Und in letzter Konsequenz zu Opfern eines totalitären Staates, das jeden Schritt seiner Bürger kontrollieren will, damit sie vom – wie auch immer definierten – „richtigen Pfad“ abweichen.

Ich will die Freiheit als Erwachsener und mündiger Bürger haben, der die Staatsgewalt laut Grundgesetz inne hat, selber zu entscheiden, was ich mir anschaue, anhöre und was ich lese. Und Rammsteins neues Album ist gut, aber nicht der Beste, den sie herausgebracht haben. Doch das entscheide ich, nicht Frau von der Leyen.

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