Sex, Lügen und die katholische Kirche

„Es ist ja nicht jeder in Päderast in der Kirche, es gibt dort nicht mehr oder weniger als woanders“ ist die Aussage, die sozusagen als Gegenwelle zu den Enthüllungen zur Katholischen Kirche schwappt.
Diese Aussage ist nicht falsch. Doch sie kratzt zum Einem am Eigenbild des Priesters und der Kirche als moralisch höhere Instanz – als solche sollte es dort nämlich gar keine Verfehlungen geben.

Zusätzlich dazu ist der Skandal weniger, daß es Päderasten gibt, als die Art, wie mit den internen Enthüllungen in der Vergangenheit umgegangen wurde. Wieso war es letzte Woche Nachricht, als die katholische Kirche in Deutschland meldete, fortan intern bekannte Fälle der Staatsanwaltschaft zu geben? Sollte das nicht Normalität sein? Sollte das nicht seit Jahrzehnten der Fall sein? Es ist diese Anmaßung der Kirche, über das „irdische Recht“ erhaben zu sein, die die Geschehnisse zum Skandal machen.
Und es ist die Jahrzehnte lange Protektion der Kirche gegenüber ihren Päderasten, die die Enthüllungen zum Skandal macht. Wiederholt ist von Fällen berichtet worden, in dem Päderasten einfach von einer Kongregation abgezogen wurden und bei der nächsten weiterhin mit Kindern arbeiten durften, wie im Fall Lawrence C. Murphy.

Es wird Zeit, daß die Kirche zu ihren Sünden steht, vom hohen Ross endlich absteigt und auf jeden Fall Transparenz einführt. Es soll immer ein Richter oder Staatsanwalt entscheiden, ob genügend beweisen vorliegen, um einen Priester anklagen zu können. Nie wieder geheime interne Prozesse. Die Männerriege der katholischen Kirche muß sich endlich dem Recht unterstellen und nicht meinen, sie stünden darüber.

Es wird Zeit für Transparenz und Nachvollziehbarkeit.